Gebete und Fürbitten

 

Durch das Gebet bleiben wir verbunden in diesen Tagen - mit Gott und untereinander. Wir tragen, das was uns auf dem Herzen liegt vor Gott. 

Nicht immer liegt uns ein passendes Gebet auf den Lippen. Wir haben einige Anregungen gesammelt und haben in den Kirchen einige Gebetszettle aufgelegt zur Anregung. Diesen können Sie hier herunterladen und wir aktualisieren auch immer wieder die Gebete auf dieser Seite. 

Schicken Sie uns gerne auch Ihre Gebete, die Ihnen im Moment Kraft geben, damit wir sie hier veröffentlichen können.

Guter Gott,
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird.
Da ist jetzt schon ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben:
Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun,
um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen.
Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles: unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste,
tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt
– auch in dunklen Zeiten.
Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht
und beschütze uns in dieser Zeit.
Amen.

(Ursula Schumacher)


Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Stilles Gebet

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

(Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz)


HERR,
es schmerzt mich,
auf soziale Kontakte verzichten zu müssen.
Ich vermisse die reale Nähe gerade der Menschen,
die mir lieb und teuer sind.
Ich lerne wertschätzen und ersehnen,
was im Alltag manchmal selbstverständlich,
teils sogar lästig war.

Sei du mir Hilfe und Beistand,
sei du mir nahe, wenn ich mich allein fühle.

Du, Herr, bist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Du, Herr, bist die Zuflucht meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?
Ich bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn,
sei stark, und fest sei dein Herz!
Und hoffe auf den Herrn.
Amen.

(Christian Schramm, nach Psalm 57)


 

Ich treffe dich
auf den Balkonen,
von denen in italienischen Straßen deine Zuversicht gesungen wird.
Ich treffe dich in den Zetteln an den Türen,
an denen Nachbarn durch Hilfe für andere deine Liebe üben.
Ich treffe dich in der Fürsorge, die ich erfahre.
Ich treffe dich in den Gebeten – selbst in den stillen, kurzen
– und du trägst meine Ängste mit.
Auch in schwierigsten Zeiten, auch in der Unsicherheit,
in der Distanz, im Stillstand bist du da.
In unzähligen Malen: „Fürchte dich nicht!“ hast du das versprochen.
Gott, auch wenn die Bänke deines Hauses heute leer sind
– wir feiern dich im Gottesdienst – immer dort, wo du mir und uns begegnest.

(nach Veronika Rieger)


 

In Zeiten der Unruhe
besinnen wir uns
auf unsere innere Kraft,
die in uns wohnt,
mit uns geht, wohin wir auch gehen,
und uns nie verlässt.
In Zeiten der Dürre
besinnen wir uns dieser Quelle,
die uns bei Wüsten-Erfahrungen vorm Vertrocknen bewahrt,
die in der Hitze unsere Stirn kühl
und unser Gemüt durch ihr leises, beständiges Plätschern beruhigt.
In Zeiten der Schwere und Finsternis
vertrauen wir auf diese Quelle und Kraft,
die in uns, mit uns und durch uns
Finsternis erhellt, Wüsten erblühen lässt
und nach dem Regen den Regenbogen strahlen lässt.
Vertrauen wir in schwierigen Zeiten
auf dich Gott,
der du uns Quelle und Kraft bist,
Alpha und Omega,
und uns begleitest auf unserem Weg zu dir
durch finstere Schluchten, sonnige Täler,
auf steile Berggipfel
und entlang der Flüsse des Lebens.

(Elisabeth Greil)


Mehr denn je
bauen wir auf deine Zusage:
Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir.
Mehr denn je
hoffen wir auf deinen Heiligen Geist,
dass er gute Ideen und Frieden schenkt.
Mehr denn je
wünschen wir uns,
dass dein Sohn Jesus Christus
aus dem Tod aufersteht
und uns in unserem Leben begleitet.
Lass uns aneinander denken,
mit dir und untereinander verbunden bleiben
und hilf uns,
voller Zuversicht
in das Leben zu schauen,
das uns an diesem Osterfest
so wertvoll erscheint
wie nie zuvor.

(Christel Winkels)


Lasst uns beten, Schwestern und Brüder,
für alle Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht,
die in diesen Tagen leicht vergessen werden,
für die Menschen, die zum Spielball zwischen Mächten geworden sind,
und deren Leben nichts wert zu sein scheint,
dass Gott sich ihrer annehme.

Stilles Gebet.

Guter Gott, dein Sohn hat sich
mit den Notleidenden, Obdachlosen, Hungrigen und Nackten identifiziert
und gezeigt, dass sie dir besonders am Herzen liegen.
Steh den geflüchteten Menschen bei.
Lass sie Hilfe erfahren.
Und zeige uns allen, wie wir wirksam helfen können.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

(Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz, leicht verändert)